Welche Versicherungen sollte ein durchschnittlicher Haushalt haben?
Manche Versicherungen sind Pflicht, so etwa die gesetzliche Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Auch die Autohaftpflicht muss sein. Wer ein Haus sein eigen nennt, sollte eine Gebäudeversicherung abschließen; sie ist in den meisten Fällen ebenfalls Pflicht, wenn das Haus mit Fremdkapital finanziert wird. Aber alle anderen Versicherungen sind freiwillig, und man sollte sie nur dann abschließen, wenn man von ihrem Nutzen überzeugt ist.
Das beginnt schon bei den Zusatzversicherungen zur Krankenversicherung. Brille, Zahnersatz – da kann es sich schon als richtig erweisen, auf eine Versicherung zu verzichten und stattdessen im Bedarfsfalle die Brille aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Wenn man das mit den ersparten Prämien vergleicht, die man in jedem Falle hätte bezahlen müssen, während man die alte Brille ja unter Umständen auch länger als geplant tragen kann, dann kommt man zur richtigen Entscheidung. Schließlich decken die Prämien im Durchschnitt ja nicht nur den Versicherungsfall, sondern auch die Kosten und den Gewinn der Versicherung. Das kann man sich sparen.
Bei einem neuen Auto ist eine Kaskoversicherung sinnvoll, bei einem alten entbehrlich.
Die Privathaftpflichtversicherung sollte aber sein. Die Prämie ist im Vergleich zu einem möglichen Schaden recht gering, vor allem wenn Kinder zum Haushalt gehören. Dagegen ist eine Rechtsschutzversicherung wieder meist entbehrlich, wenn man zu den friedlichen Menschen gehört, die das Gericht meiden. Im Falle eines Unfalls mit dem Auto oder auch bei einer Beschuldigung im Privatbereich ist nämlich oft die Haftpflichtversicherung zuständig, so dass sich ein Rechtsschutz erübrigt.
Bei Reisen in das Ausland – außerhalb EU und Mitteleuropa, also beispielsweise in die USA – ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung zu empfehlen. Auch sie ist recht günstig zu bekommen. Wo man beliebig viel Geld investieren kann, das sind die Lebensversicherungen, die im Alter den Lebensstandard sichern sollen. Schließen Sie nur eine Versicherung ab, wenn Sie auch die Prämie langfristig aufbringen können. Stilllegungen oder gar Rückkäufe sind nur mit Verlust möglich.
Risiko-Lebensversicherungen müssen nicht immer Sinn machen, sehr wohl aber dann, wenn ein Todesfall zum finanziellen Kollaps der Hinterbliebenen führen würde. Eine Unfallversicherung macht so gut wie immer Sinn, v.a. weil sie recht günstig ist und das finanzielle Risiko einer dauerhaften Invalidität aufgrund eines unvorhersehbaren Unfalls abdeckt.
Veröffentlicht am Dienstag, 29. März 2011 | Autor: gs
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